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Moosburg a. d. Isar, 28. Januar 2026 – Die medizinische Versorgung in Moosburg steht vor einer entscheidenden Phase: Bereits heute ist die hausärztliche Situation angespannt – und in den kommenden fünf Jahren werden voraussichtlich rund 25% der Hausärzte ihre Tätigkeit beenden. Um die Versorgung dauerhaft zu sichern, diskutierten die Freien Wähler Moosburg am Mittwoch, den 28.01.2026, im Gasthaus „Drei Tannen“ die Perspektiven eines Kommunalen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ).
Als Gastreferent informierte Christian Maier, Geschäftsführer des MVZ LAKUMED, über Möglichkeiten, Grenzen und Voraussetzungen unterschiedlicher MVZ-Modelle. Die Runde eröffnete mit dem Hinweis auf die zunehmend problematische Versorgungslage in Moosburg und den zeitlichen Handlungsdruck durch die bevorstehenden Renteneintritte.
Unterschiedliche MVZ-Modelle – und was sie für Kommunen bedeuten
Im Verlauf der Diskussion wurde deutlich, dass „MVZ“ nicht gleich „MVZ“ ist. Grundsätzlich lassen sich – je nach Träger und Zielsetzung – verschiedene Modelle unterscheiden:
- Klinik-MVZ (häufig gemeinnützig): MVZ, die von Kliniken getragen werden mit dem Ziel, die Versorgung zu sichern und zu stabilisieren, Kooperationen zu stärken und ärztliche Leistungen besser zu koordinieren.
- Kommunales-MVZ (gemeinnützig): MVZ in kommunaler Trägerschaft mit stärkerem Fokus auf Versorgungssicherheit statt Rendite – häufig verbunden mit klaren Vorgaben zur Mittelverwendung.
- Investoren-MVZ: MVZ, die durch private Investoren getragen werden. Diese können in einzelnen Regionen Versorgung sichern helfen, verfolgen aber typischerweise andere wirtschaftliche Rahmenbedingungen als kommunale oder gemeinnützige Modelle.
Für Moosburg steht nach Ansicht der Freien Wähler vor allem die kommunale Perspektive im Vordergrund: eine Struktur, die langfristig die hausärztliche Versorgung absichert und attraktivere Rahmenbedingungen für ärztliches Arbeiten schafft.
MVZ als Entlastungs- und Rekrutierungsmodell
Kernpunkt der Erörterung war, dass ein MVZ nicht nur medizinische Leistungen bündelt, sondern auch organisatorisch entlasten kann. Christian Maier hob hervor, dass ein MVZ wesentliche Aufgaben zentral übernehmen kann – darunter:
- Personalsuche, Ansprache und Akquise (z. B. Ärztinnen/Ärzte, MFA, Praxismanagement)
- Bürokratieabbau durch zentrale Verwaltungs- und Abrechnungsstrukturen
- Planungssicherheit durch gemeinschaftliche Organisation und Vertretungsmodelle bei Ausfällen
Diese Aspekte sind aus Sicht der Freien Wähler gerade in einer Phase wichtig, in der die Gewinnung neuer Hausärzte schwieriger wird und Arbeitszeitmodelle sich verändern.
Praxiswechsel ins MVZ: technisch begleitet und schnell umsetzbar
Auch die Frage, wie ein Übergang für bestehende Praxen aussehen kann, wurde konkret angesprochen: Ein Wechsel von einer bestehenden Arztpraxis in ein MVZ kann technisch und organisatorisch begleitet werden; der Datenimport und die Umstellung der Praxissoftware seien – bei guter Vorbereitung – innerhalb von maximal zwei Tagen realisierbar. Damit sollen Hürden für Ärztinnen und Ärzte reduziert werden, die den Schritt in eine angestellte Struktur erwägen.
Fördermöglichkeiten prüfen
Zudem wurde festgehalten, dass bei der Gründung eines kommunalen MVZ grundsätzlich Fördermöglichkeiten auf Ebene des Bundes oder des Freistaats Bayern in Betracht kommen können. Die Freien Wähler sprechen sich dafür aus, mögliche Programme und Voraussetzungen systematisch zu prüfen, um kommunale Investitionen zu entlasten und die Realisierbarkeit zu verbessern.
Fazit der Freien Wähler Moosburg
Moosburg muss frühzeitig handeln, um die hausärztliche Versorgung zu sichern – insbesondere angesichts der absehbaren Ruhestände in den nächsten Jahren. Ein kommunales MVZ kann dabei ein zentraler Baustein sein, um Organisation zu professionalisieren, Personal zu gewinnen und Versorgungslücken abzufedern, so Reinhard Lauterbach Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler.